Familienrecht

Elterliche Sorge

Wenn Eltern miteinander verheiratet sind, steht ihnen die elterliche Sorge über ihre Kinder gemeinsam zu.
Solange sich die Eltern über die Belange ihrer Kinder verständigen können, ändert sich an der gemeinsamen elterlichen Sorge auch bei Trennung oder Ehescheidung nichts.
Erst in dem Fall, in dem es zu Differenzen kommt, wird die Inanspruchnahme von Beratungen z.B. durch das Jugendamt notwendig und kann bei Scheitern der Gespräche zur Einleitung eines entsprechenden gerichtlichen Verfahrens führen. Beim Familiengericht kann die Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge oder eines Teils der elterlichen Sorge auf einen Elternteil beantragt werden.
Ein Eingriff in die gemeinsame elterliche Sorge ist aber nur dann geboten, wenn dieses dem Wohl und dem Interesse des Kindes am ehesten entspricht. Die vollständige Übertragung der elterlichen Sorge auf einen Elternteil allein dürfte dem Wohl des Kindes nur in seltenen Ausnahmefällen entsprechen. Auch ist zu berücksichtigen, dass hierdurch ein Eingriff in die Grundrechte eines Elternteils erfolgt. Im Regelfall wird es ausreichend sein, Teilbereiche der elterlichen Sorge, wie etwa das Aufenthaltsbestimmungsrecht gesondert zu regeln, sofern sich die Eltern bei ihrer Trennung nicht darüber verständigen können, bei welchem Elternteil das Kind zukünftig seinen Lebensmittelpunkt haben soll.
Daneben besteht die Möglichkeit, den jeweils anderen Elternteil zu bevollmächtigen, um eine gerichtliche Entscheidung abzuwenden.

Gänzlich anders gestaltet sich die Situation, wenn die Eltern nicht miteinander verheiratet sind. In diesem Fall kann seit der Neuregelung im Jahr 2013 die gemeinsame elterliche Sorge für das gemeinsame Kind nach § 1626 a Abs. 1 BGB durch eine Sorgeerklärung, durch Heirat oder Übertragung des Familiengerichts begründet werden.
Für den Vater besteht nunmehr rechtlich die Möglichkeit ein gemeinsames Sorgerecht für sein Kind auch gegen den Willen der Mutter zu erzwingen.

Wurde einmal die gemeinsame elterliche Sorge begründet, so besteht im Fall der Trennung dieser Elternteile keine Abweichung gegenüber der Situation, die im Fall der Trennung oder Scheidung von Eheleuten besteht. Hier wie dort gilt, dass grundsätzlich das gemeinsame Sorgerecht fortbesteht.

Ihre
Anne Winkel
Fachanwältin für Familienrecht

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